Büropflanzen für eine gesunde Luft

Dicke Luft im Büro – Büropflanzen sorgen für ein gesundes Raumklima

In Bürorräumen neben dem Drucker, der Kaffeemaschine sowie dem PC zu arbeiten, fällt nicht allen Menschen leicht. Eine Klimaanlage trägt häufig nicht zur Verbesserung der Raumluft bei, sondern sorgt für eine trockene Atmosphäre im Raum. Wer unter dicker Luft im Büro leidet, sollte sich überlegen, einige Pflanzen in die Büroräume zu stellen. Denn diese sorgen für ein sauberes Büroklima, glaubt man den zahlreichen wissenschaftlichen Studien, die diese Annahme bestätigen. Demnach sollen Büropflanzen einen positiven Effekt auf die Luft im Innenraum haben. Was ist dran an den Studien?

Bessere Laune durch Büropflanzen

Sattes Grün in den Büroräumen soll nicht für frische Luft in den Innenräumen sorgen, sondern auch noch für die gute Stimmung der Büroangestellten. Doch wie machen die Pflanzen das und welche Büropflanzen sind dabei besonders effektiv? Beinahe jeder, der schon einmal mit Pflanzen zu tun hatte, kennt den Begriff der Fotosynthese. Während dieses Prozesses nehmen Pflanzen Kohlenstoffdioxid aus der Luft auf und wandeln es in sauberen Sauerstoff um. Der Gehalt an Kohlenstoffdioxid steigt vor allem durch die Atmung in einem Raum an, was bei einer Ansammlung von vielen Menschen im Büro leicht zu dicker Luft führen kann. Doch auch eine einzige Person, die sich längere Zeit in einem Raum aufhält, kann messbare Mengen an Kohlenstoffdioxid produzieren. Dank der Pflanzen im Büro können Büroangestellte jedoch tief durchatmen. Denn die grünen Zierpflanzen arbeiten den ganzen Tag an einem gesunden Austausch und einer Wiederherstellung guter Luftqualität.

Abgestandene Luft macht krank

Das Arbeiten in abgestandener Luft birgt zusätzlich krank machende Faktoren in sich. Das haben Studien der NASA erwiesen, die unlängst durchgeführt wurden. Denn diese Art der Atmosphäre enthält gesundheitsschädigende Stoffe wie gefährliche Chemikalien, die Übelkeit und sogar Erbrechen auslösen können. Der Grund ist, dass sich in nicht durchgelüfteten Räumen Stoffe wie Formaldehyd, Xylen, Benzol sowie Ammoniak vermehrt anreichern können. Wer das nicht für möglich hält, sollte einmal auf dem Karton der Druckerfarbe nachlesen, welche Stoffe von der Farbe an die Luft abgegeben werden. Des Weiteren werden die Bestandteile aus der Wandfarbe sowie aus Plastik, Spanplatten, Reiniger oder Gummiringen gelöst und an die Umwelt abgegeben. Das ständige Einatmen dieser chemischen Anteile in der Luft kann zu Kopfschmerzen, Hustenreiz oder Schwindel führen. Das ist eigentlich kein Problem bei gut durchgelüfteten Räumen. Es kann aber zur körperlichen Belastung führen, wenn schädlichen Teilchen nicht durch die Belüftung oder durch Pflanzen aus der Luft gefiltert werden.

Büropflanzen vermindern schädliche Stoffe

Die verunreinigte Luft kann durch Pflanzen geklärt werden. Die grünen Helfer filtern die schädigenden Stoffe heraus, da sie sich sogar davon ernähren können. Die schmutzigen Teilchen werden durch sauberen Sauerstoff ausgetauscht. Einige Pflanzenarten gehen bei dieser Arbeit emsiger vor als andere. Welche Pflanzen davon nun besonders nützlich für diese Aufgabe sind und welche die Luft eher langsam reinigen, hängt davon ab, wie das Gewächs molekular aufgebaut ist.

Welche Büropflanzen filtern Schadstoffe am besten?

Es gibt eine Reihe von Pflanzen auf dem Markt, die besonders gut dazu verwendet werden können, schlechter Luft in Büroräumen entgegenzuwirken.

Immer grüne Friedenslilien oder doch lieber Chrysanthemen?

Friedenslilien gehören zu den bekanntesten Büropflanzen. Die schöne Topfpflanze ist vielen Menschen auch als ‘Evergreen’ bekannt. Das Gewächs mit den vielen grünen Blättern, aus denen zwei oder mehr große Stengel mit Blütenköpfen hervorlugen, ist für die meisten Büromenschen eine willkommene Abwechslung. Doch ein Faktor ist mit Sicherheit weniger bekannt: Diese Blume ist eine von vielen Spitzenreitern unter den luftreinigenden Pflanzen. Übertroffen werden diese grünen Helfer nur noch von den Chrysanthemen. Die fleißigen Arbeiter unter den botanischen Arten sind tatsächlich in der Lage, alle der bisher genannten Chemikalien und noch einige mehr aufzunehmen und in Sauerstoff umzutauschen.

Drachenbäumchen und Efeutute leuchten grün – Fiscus fängt die Chemikalien

Auf der Skala der Nützlichkeit werden diese beiden Luftwunder nur noch gefolgt von dem allseits bekannten Drachenbäumchen sowie der Efeutute. Diese beiden Pflanzen sind nicht nur schön grün und duften angenehm frisch, sondern geben auch noch ihren Sauerstoff in großen Mengen ab. Dagegen hilft der in vielen Büros häufig aufgestellte Ficus eher weniger, um das Klima im Büroraum zu verbessern. Dafür ist er gut in der Lage, die Luft im Raum von einigen Chemikalien wie Xylenen sowie Formaldehyd zu befreien.

Der Papyrus: nicht nur ein Exot

Der Papyrus zählt mit seinen dicken Holzrohren sowie den grünen Blättern zu einem der Exoten unter den Zimmerpflanzen. Doch er hat noch viel mehr zu bieten. Denn bei Messungen zeigte sich, was sonst noch so in der Riesenpflanze steckt. Eine der Pflanzen dieser Gattung verdunstet bereits ab einer Höhe von 1,50 Meter eine Wassermenge von einem Liter pro Tag. Ähnlich gute Effekte haben sich beim Zyperngras oder den Grünlilien gezeigt. Auch die Zimmerlinden sollen bei der Wasserverdunstung die Nase vorne haben. Das bringt eine gute Luftfeuchte im Raum, was den Sauerstoffgehalt nach vorne bringt. Daher rät der Bundesverband der Einzelhandelsgärtner, der in Bonn seinen Sitz hat dazu, diese Pflanzen in ein Arbeitszimmer oder Büro zu stellen. Wer es nicht nur grün, sondern auch bunt mag, sucht sich beim nächsten Einkauf im Gartencenter die Schmetterlingsorchidee aus. Denn diese hat schöne Blüten, und sorgt damit auf der Fensterbank nicht nur für bessere Luft. Daneben wird die Pflanze wegen ihres schönen Aussehens auch noch zum Highlight im Büroalltag.

Die folgenden Büropflanzen sind überdies wahre Alleskönner und reinigen die Luft in Innenräumen perfekt:

– die Arecapalme eignet sich am besten bei Luftverschmutzungen
– mit der Bergpalme kehrt endlich schadstofffreie Luft in die Innenräume ein
– wer die Aloe als Heilpflanze bereits verwendet hat, sollte sie einmal als Bürogewächs ausprobieren – sie gibt viel Sauerstoff ab, genauso wie einige Kakteenarten wie der Weihnachtskaktus
– Büromenschen, die unter zu viel Formaldehyd in der Luft leiden, sollten einmal die Strahlenaralie ausprobieren – diese filtert die Schadstoffe aus der Atmosphäre
– gegen Ammoniak in der Raumluft hilft die Steckenpalme als Büroblume, die als Luftreiniger unübertroffene Arbeit leistet
– Efeu ist nicht nur eine grüne Schlingpflanze – sie reinigt auch die Zimmerluft
– gegen Nikotin in der Luft oder chemische Stoffe wie Formaldehyd hilft die Birkenfeige

Schadstoffe aus der Luft: so werden sie von den Pflanzen auch noch umgewandelt

Laut einiger anerkannter Botaniker sind die Pflanzen nicht nur aufgrund der Fotosynthese erstklassig zur Luftreinigung geeignet. Denn was viele Menschen nicht wissen, ist, dass die Gewächse über ein Enzym verfügen, das in den Pflanzenblättern vorkommt. Dieses wandelt Schadstoffe in ungiftige Stoffe um, wie zum Beispiel chemische Stoffe in Sauerstoff, Zucker oder Aminosäuren. Doch sollten sich Allergiker sowie Asthmatiker nicht zu viel von den Zimmerpflanzen versprechen. Denn wer akut unter einer schweren chronischen Krankheit leidet, sollte einige der grünen Topfgewächse in einem Raum aufstellen, um eine Wirkung damit zu erzielen.

Tipp: Pflanzen, die in einer Hydrokultur angepflanzt sind, müssen nur alle ein bis drei Wochen gegossen werden. Sie benötigen nämlich immer erst dann Wasser, wenn die Wasseranzeige bereits einige Tage lang einen niedrigen Stand angezeigt hat. Das Gewächs wird in ein Substrat in Kugeln aus speziellem Ton eingebettet. Dabei sitzt das Grün in einem Innentopf inmitten eines Kübels. Durch Schlitze an den Seiten erfolgt die Wasserversorgung. Diese und viele weitere Pflanzen sollten nicht allzu häufig gegossen werden, damit sie nicht anfangen, von innen zu verfaulen. Das liegt daran, dass die Wurzeln durch zu viel Nässe zu wenig Sauerstoff bekommen und dadurch ein Fäulnisprozess in Gang gesetzt wird. Das macht sich an bräunlich werdenden Blättern bemerkbar.